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Grillen in der Stadt - Eine delikate Angelegenheit

veröffentlicht am Mittwoch, 20. Juli 2016


Sommerzeit ist Freiluftzeit – in den warmen Monaten verlagert sich das Leben nach draußen. Das gilt auch für die Mahlzeiten. Für viele Menschen gehört es zu den schönsten Seiten des Sommers, sich auf dem Balkon ein Steak oder eine Tofuwurst zu brutzeln. Rund 50 Prozent der Deutschen geben an, im Sommer mindestens einmal im Monat zu grillen, 30 Prozent greifen gar einmal in der Woche zur Grillzange. Nur: Wie und wo ist Grillen in der Stadt eigentlich erlaubt?
Die gute Nachricht vorweg: Grillen auf dem eigenen Balkon, der Terrasse oder dem Garten wurde von einigen Gerichten als „üblich“ eingestuft und ist grundsätzlich erlaubt. Es gibt allerdings Einschränkungen. Zum einen enthalten manche Hausordnungen oder Mietverträge ein ausdrückliches Grillverbot. Wer trotzdem den Grill anwirft, riskiert eine Abmahnung. Bei wiederholter Missachtung kann der Vermieter sogar eine fristlose Kündigung aussprechen (Landgericht Essen vom 7. Februar 2002, Aktenzeichen 10 S 438/01).

Viele Einzelurteile

Nicht nur die Hausordnung kann Dauergrillern den Garaus bereiten. Zahlreiche Gerichte haben sich in den vergangenen Jahrzehnten damit beschäftigt, was Nachbarn von Grillfreunden zuzumuten ist. Die Urteile gestatten das Grillen von zweimal monatlich bis zu dreimal im Jahr. Es gibt jedoch keine allgemein verbindliche Regelung – nur jede Menge Einzelurteile. Hier gilt in erster Linie: Wo kein Kläger, da kein Richter.

In jedem Fall empfiehlt sich Rücksichtnahme gegenüber der Nachbarschaft, die für das Hobby womöglich wenig übrig hat. Ziehen die Grilldämpfe in die Nachbarwohnung, verstößt man womöglich gegen das Landes-Immissionsschutzgesetz. Und das stellt schlimmstenfalls eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Bußgeld belegt werden kann. Auch empfiehlt sich der immissionsärmere Elektrogrill gegenüber dem Holzkohlengrill. Ein Gebot der Fairness ist es auch, bei ausschweifenderen Grillfeiern vorab die Nachbarn zu informieren. Denn: Der Lärm, der mit Grillen im Freien einhergeht, sorgt häufig für mehr Komplikationen als die Grillausdünstungen.

Auch im Grünen gelten Regeln

Alle, die in ihrem Wohnumfeld keine Möglichkeit haben, einen Grill aufzubauen, können auf den öffentlichen Raum ausweichen. Zwar ist in Berlin das Grillen auf öffentlichen Grün- und Erholungsflächen grundsätzlich verboten. Allerdings gibt es in fast allen Bezirken öffentliche Grillplätze. Die jeweiligen Bezirksämter veröffentlichen Listen mit Orten, an denen gegrillt werden darf (siehe unten).

Beim Anfeuern an den Grillstellen im öffentlichen Raum sollte man einen eigenen Grill und Grillkohle mitbringen und das Feuer nie direkt auf dem Boden entfachen – schon gar nicht in einer ausgehobenen Grube. Auch unter Bäumen ist es wegen des Funkenflugs zu riskant. Nach dem Grillen muss die Glut sorgfältig gelöscht werden, der Müll gehört fachgerecht entsorgt. An diese Spielregeln sollte man sich halten – andernfalls drohen Verwarnungs- oder Bußgelder von 20 Euro aufwärts – für das Ausheben von Grillgruben sogar bis zu 5000 Euro.

 

Quelle: http://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm0716/071624.htm

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